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Poetry Junk Journal Teil 1- handgemachte Gedichtbände

Not macht erfinderisch. Da sich die Suche nach einen geeigneten Verlag für mein fertiges Manuskript als schwierig erwies, musste eine Zwischenlösung her. So entstand das Projekt "Poetry Junk Journal": Bücher in hundertprozentiger Handarbeit, von der Buchbindung bis hin zur Gestaltung. Kunst und Lyrik mal anders.



Wie man (also ich) auf solche Ideen kommt...


Im letzten Blog habe ich euch bereits meine handgemachten Grußkarten und die dazugehörigen Briefumschläge vorgestellt. (Link zum Artikel HIER ) Dabei entdeckte ich die Freude an der Arbeit mit den verschiedensten Materialien. Die Herstellung dieser kleinen Kunstwerke nahm sehr viel Zeit in Anspruch, sodass ich andere Dinge etwas vernachlässigte, wie z.B. meine Manuskript für das Gedichtband "Gedankenwolkenbruch"


Im Herbst 2022 habe ich unzählige Bewerbungen an Verläge geschickt, ohne Erfolg. Ich wunderte mich allerdings nicht sonderlich, weil mir schon vorher zu Ohren gekommen war, dass das Genre Lyrik ein Schattendasein in der Buchbranche fristet.


Zufällig entdeckte ich beim Schauen diverser Bastel- Tutorials den Trend Junk Journal: Menschen mit Freude am werkeln bauten mit den verscheidensten Papieren kleine Buchkunstwerke. Im groben werden hier Materialien verwendet, die bereits in Gebrauch waren und/ oder sehr alt sind, wie z.B. Briefumschläge, Buchseiten, Notizzettel, diverse Verpackungsmaterialen aber auch Stoffreste, Bänder, Dekosteine ect. Darum auch der Begriff "junk", was übersetzt Müll heißt.


So konnte ich das verbinden was im einzelnen schon da war: mein Spass an "rumtüffteln", die Gedichte die noch ein zu Hause suchen und die Faszination für "Müll Tagebücher" sowie zigfach bereits vorhandener Werkstoff (wie oben bereits aufgezählt).



Papier färben


Ein fertiges Junk Journal soll möglichst alt aussehen. Deswegen benutzt man, wie schon erwähnt, gerne altes Papier. Es gibt aber auch die Möglichkeit da etwas nachzuhelfen. Auch hier habe ich mich bei diversen Lehrvideos schlaugeschaut... Habe ich schon Mal erwähnt das ich Tutourials liebe? Nein? Ich liebe Tutourials!


Als erstes probierte ich Kaffee und Kakao auf einfachen (etwas dickeren) Zeichenpapier aus. Dafür löste ich beides (Pulverform) in heißen Wasser auf. Für ca. 6 Blätter reicht da jeweils eine mittelgroße Tasse. Das Kaffeewasser habe ich direkt mit einen großen Pinsel aufs Papier aufgetragen. Da darf man ruhig recht großzügig vorgehen. Ich habe auch darauf geachtet, dass sich das Pulver ebenfalls auf den Blatt gleichmäßig verteilt. Das ergibt am Ende eine interessante Struktur.


Das Kakaogetränk habe ich nach der "Kaffeekur" eher, ebenfalls mit dem Pinsel, drauf gekleckst. Hier sollte man etwas sparsamer vorgehen und eher einige Akzente setzen.

Die Rückseite der Blätter wird genauso behandelt.

Danach lässt man sein Werk auf Zeitungspapier ganz durchtrocknen und kann am Ende die Kaffeereste mit einen Pinsel oder der Hand beseitigen.


Bei weiteren Versuchen habe ich angefangene Skizzen von mir, sowie Briefumschläge und CD Hüllen auf ähnliche Weise zu bearbeitet, mit interessanten Ergebnis (siehe Fotos)


Ebenfalls benutze ich Papier welches ich vorher mit Aquarellfarbe bemalt habe. Es wirkt vielleicht nicht immer authentisch alt aber auf jedenfall interessant. Hier habe ich das Papier mit Kreppband auf ein Malbrett fixiert und mit einen nassen Schwamm bestrichen um es denn mit den verschiedensten Farben zu gestalten. Meistens habe ich mich für zwei Farbtöne entschieden.


Die "To go" Variante, die bei mir auch sehr oft zum Einsatz kommt, weil sehr effektiv, ist das zu Hand nehmen von Stempelkissen. Ich benutze vorwiegend einen dunkelgelben, einen braunen und einen türkisen Ton. Ich nehme hierbei einen trocknen Schwamm und zerreibe die jeweilige Farbe am Seitenrand. Die Mitte spare ich aus. Diese Technik eignet sich auch super zum nachbearbeiten.


Eine besonders schöne, wenn auch etwas aufwendige, Methode ist das Färben mit Pflanzen. Hierfür nutzt man am besten die Frühlings- und Sommerzeit aus. Allein das Einsammeln der veschiedenen Blätter, Blüten und Gräser macht schon Spass. Ich bin da rein intuitiv vorgegangen. Es gibt aber sicher Pflanzen, die eher zum färben geeignet sind als andere. Da kann man sich natürlich vorher schlau lesen (oder Tutorials ansehen ;-)) wenn man das möchte. Zu Hause sollte man sofort mit der Bearbeitung beginnen. Ich habe mir gutes, stabiles Zeichenpapier zurecht geschnitten, damit es später auf die leeren Gläser gerollt werden kann. Man versieht eine Seite mit den mitgebrachten Pflanzen und legt denn ein weiteres Blatt oben drauf. Man sollte aber nicht mehr als 4 Blätter stapeln.


Denn wird das ganze um die Gläser gerollt, gut verschnürrt und zusammen mit Zwiebelschalen, Schwarztee, den Pflanzenresten und Essig in einen Topf gegeben. Das Wasser wird zum sieden gebracht und denn lässt man das Ganze ca. 20 Minuten auf niedriger Temperratur vor sich hin köcheln. Danach die Rollen herausnehmen und zum trocknen auf eine Unterlage stellen/ legen. Ein Sonnenplatz ist da ideal. Der Prozess dauert seine Zeit... in etwa 24 Stunden. Denn kann man das Papier vorsichtig aufrollen und von den Resten befreien. Da man nie so genau weiß, wie intensiv was färbt ist es jedesmanl eine Überraschung.


Weitere Zutaten für ein handgemachtes Gedichtband...


Meine handgefertigten Gedichtbänder sind eigentlich eine Vereinigung von Collage Kunstwerken. Das heißt, man wird praktisch zum Besitzer von bis zu 68 Orignale mit den Erwerb eines Buches. Für diese Art von Gestaltung muss man zum Sammler verschiedenster Materialen werden. Das war kein Problem für mich. In Gegenteil, es hat und macht nach wie vor einen Mordsspass.


Eine "Haupteinnahmequelle" sind Flohmärkte. In den letzten Wochen habe ich so manchen Vormittag mit den durchschlendern solcher verbracht. Als Profi in solchen Dingen, da ich schon vorher ein regelmäßiger Besucher solcher Märkte war, entgeht meinem Auge nichts. Hauptsächlich sind es Knöpfe, Dekobänder, alte Bücher, Stoffe, Kettenanhänger, "Oma- Häkeldeckchen", verrostete Schlüssel, Minibilderrahmen und Perlen die ich am Ende mit nach Hause bringe.


Auch beim eigenen Kleiderschrank werde ich immer wieder fündig. Beim aussortieren alter Klamotten achte ich inzwischen darauf, ob der eine oder andere Stoff als Bezug für ein Buchcover taugt. Eine alte Geldbörse habe ich auch schon in zwei meiner Junk Journals verarbeitet. Hier eignet sich z.B. das Sichtfenster als kleiner Bilderrahmen.


Statt immer nur gekauftes Motivpapier zu nutzen, kann man auch erstmal alte Magazine "zerrupfen". Es eignen sich hier Zeitschriften mit großflächigen, hochwertigen Fotografie. Was ich da schon für wunderschöne Farbkombinationen, interessante Formen und Strukturen gefunden habe... einfach nur sagenhaft. Beim gestalten der Seiten, zerreiße ich die ausgewählten Seiten so, dass sie sich auf interessante Weise in das Gesamtgebilde einfügen.


Washi Tapes brauch ich ja nicht mehr zu erwähnen. Ich hab ja schon einen Motivklebeband- Sammelfimmel seit ich Grußkarten und Umschläge anfertige. Über diese Sucht habe ich bereits in meinem letzten Blog ausführlich berrichtet.


Sehr interessante Effekte erzielt man auch wenn man mit der Serviettentechnik experimentiert. Ich habe damit sogenanntes Fake Reispapier hergestellt aber auch alte Zeichenstudien von mir "aufgebessert".




Heilsame Bastelstunden


Schon im Winter 2022 zog es mich wieder mehr in mein Atelier. Davor war ich, wie wohl so ziemlich jeder, in den letzten drei Jahren sehr durch die Geschehnisse im Außen vereinnahmt. Das hat sehr viel Kraft gekostet. Immer mehr hatte ich das Gefühl nicht mehr genug Raum für die Dinge zu haben, die wirklich relevant für mich sind


Irgendwann habe ich die Reißleine gezogen und entschlossen mich und meine kreative Arbeit wieder in den Vordergrund gestellt. Das habe ich bis heute nicht bereut. Ich fühl mich wieder präsenter und dadurch auch viel handlungsfähiger. Das wiederum kommt einen sicher zu gute bei der nächsten Weltkrise, welche sicher nicht lange auf sich warten lässt bzw. eigentlich im Dauermodus herrscht. Was ja kein Wunder ist, weil der Großteil der Menschen ihr inneres Chaos nach Aussen trägt, eben weil keine Auseinandersetzung mit sich selber stattfindet.


Jedenfalls freu ich mich meistens schon morgens auf meine Ateliernachmittage. Sobald sämtliche lästigen Alltagsdinge erledigt sind, kann es mit der eigentlichen Lebensaufgabe losgehen. Schon das Malen war und ist eine wunderbare Tätigkeit, die so viel Energie freisetzen kann, ob bei mir oder später beim Betrachter. Durch die Herstellung eigener Bücher und der Collage Technik die ich mir dadurch angeeignet habe kommt noch mal ein ganz neuer und frischer Wind in die "Werkstatt". Schon allein beim "durchwurschteln" der vielen Bastelutensilien bin ich in meiner Welt und...

MACH WAS MIR GEFÄLLT.


Im nächsten Blogbeitrag geht es weiter. Ich werde über die Herstellung des Buchcovers erzählen und per Video mit euch die fertigen Werke durchblättern.


In der Etsy Shop Artikelbeschreibung wird jedes der zur Zeit erhältlichen Gedichtbänder ausführlich vorgestellt. Momentan sind drei der vier handgemachten Bücher noch zu haben. Hier der Link:


Am Ende noch ein kleines Anliegen: Wenn euch meine Arbeit gefällt würde ich mich über ein Daumen hoch freuen, für den Blogartikel, Bilder in meiner Galerie oder auch für meinen Online Shop. Denn ob ihr es glaubt oder nicht: Es steckt jede Menge Arbeit darin. Und so ein kleiner Klick hilft meine Reichweite in der Digitalwelt zu vergrößern. Vielen Dank!


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