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Von der Partnerwahl, der Bambitaktik und dem Joker im Spiegel

Es ist offensichtlich, dass meine Kunstwerke sehr frauenlastig sind. Darum mache ich in diesem Beitrag mal was ganz ungewöhnliches: Wir spielen "Was wäre wenn...". Ich stelle heute einigen meiner Damen einen Mann zu Seite und beobachte mal was passiert.

Beim Schabernack aushecken

Gemeinsame Hobbys pflegen


Mein erstes "Opfer" ist die Cellospielerin aus meinem Bild "Vibes speak louder than words" (Link zur Galerie) Ich dachte mir: 'So ein Duett würde ihr sicher gefallen.' Und wer wäre da besser geeignet als Stjepan Hauser. Wie er schon zu ihr rüberschaut... da geht doch was. Bei seinen musikalischen Darbietungen hatte ich ihn ja schon immer in Verdacht, dass er gedanklich nicht auf einem Cello sondern auf einem Frauenkörper spielt. :-)


Aber was in Mann vorgeht oder nicht ist hier mal ausnahmsweise nebensächlich. Wir konzentrieren uns wieder auf die junge Musizierende. Wenn ich mir den Ausdruck ihres Gesichtes so anschaue, bin ich nicht so sicher ob sie den schmachtenen Hauser überhaupt registriert hat. Selbstversunken lauscht sie einer Melodie die wir leider nicht hören können. Eine Frau die sich selbst genügt und nicht händeringend auf der Suche ist übt sicher seinen ganz eigenen Reiz auf das andere Geschlecht aus.


"Aber," wendet die Cellospielerin gleich ein, "beziehungstechnisch klappt es nur mit Männer die ein einigermaßen intaktes Selbstwertgefühl haben. Sobald es da brökelt gehen die üblichen Reibereien los. Ideal wäre da ein Kerl der sich selber SINNVOLL zu beschäftigen weiß und bei zwei Menschen mit dem gleichen Instrument kann man schließlich auch abwechselnd wunderbare Meldodien im Solo oder Duett spielen."

Ohne Worte aber mit viel gemeinsamer Melodie

Die mit dem Reh


Im Kunstwerk "Fawn" (Link zur Galerie) tritt die Rehnatur der Frau zum Vorschein und gleich beißt ein männliches Exemplar an. Man könnte meinen es wäre eine Masche von uns um Männer zu bezirzen... wahrscheinlich ist was dran. Sowohl Hirsche wie auch Rehe lockten schon in vielen alten Märchen an Orte wo Wandlung möglich ist. Sind Beziehungen jeglicher Art nicht genau das? Ob sie nun in unseren Augen glücklich verlaufen oder nicht, sie bringen Veränderungen in unser Leben.


Der Vergleich mit diesem grazilen Waldtier schmeichelt uns Frauen natürlich. Es birgt aber auch die Gefahr, dass man von seinen Mitmenschen unterschätzt wird. Einige verstehen den Unterschied zwischen Zartheit und Schwäche nicht. Schlimmstenfalls versteckt die Frau von heute diese sanfte Seite, um nicht als lebensunfähig dazustehen. Ist das die negative Auswirkung der Emanzipation? Hat die Befreiung der Frau dazu geführt, dass sie nun gewisse Anteile unterdrückt um den modernen Rollenbild gerecht zu werden? Ich denke da könnte was dran sein. Hardcore Feministinnen werden mich jetzt hassen. Ist mir doch egal. Ich lass mich doch nicht von euch unterdrücken Jungs... äh... ich meine Mädels! 'Tschuldigung, hab nicht genau hingesehen. ;-)



So, jetzt wo ich mir wieder ein paar Feinde mehr gemacht habe konzentrieren wir uns doch wieder auf das Wesentliche: die zwei Turteltäubchen. Die Frau mit dem Kitz im Arm zeigt offen ihre Verletzlichkeit und zieht damit einen Verehrer an. Damals vor der Gender- Revolution war das denn eine einfache Sache. Mit oder ohne Absicht wird so der Beschützerinstinkt des Mannes getriggert und dementsprechend verhält er sich auch. Er möchte seine Auserwählte auf Händen tragen. Fanden die weiblichen Artgenossen früher ganz toll. Gegenwärtig muss Mann aufpassen, da er sich nun eventuell auf einen Fettnäpfchen- Parcours befindet.


Denn hält er seiner Angebetenen einmal zu oft die Tür auf oder hilft ihr in den Mantel kann es passieren das diese etwas verschnupft und mit tadelnen Blick erklärt, dass sie das auch selber kann. Das stiftet Verwirrung beim Partner. Zuerst einen auf Bambi machen, denn fauchend die Krallen ausfahren und irgendwas von der Einschränkung der Freiheit und Gleichstellung faseln. Allgemein habe ich das Gefühl das wir uns durch die Befreiung der Geschlechterrollen neue Probleme gebastelt haben die die Welt nicht braucht. Mann ist anders und Frau auch PUNKT


Jeder bringt eine Geschichte mit sich...


Auch die Dame aus "Your Sound" (Link zur Galerie) hat jetzt also einen Verehrer... den Joker... äh ich meine Joaquin Phoenix. Na wenn sich da nicht mal zwei alte Seelen gegenseitig den Spiegel vorhalten?


Auf unserem Weg begegnen wir immer wieder neuen Menschen. Wir alle haben schon einiges an Lebensstrecke zurückgelegt, uns zwischendurch verirrt oder ablenken lassen. Der eine oder andere ist schon einmal oder sogar öfters 'auf die Schnauze gefallen.' Entschuldigt den Ausdruck, aber er umschreibt wohl am besten Lebensereignisse die einem schlichtweg den Boden unter den Füßen wegziehen. Wir tragen mit der Zeit allerhand Blessuren davon und als Andenken bleiben uns Narben.

"Your Sound" und ihr Joker, Zeichnung mit Pastellkreide und Polychromos, Größe: 60 x 80 cm

Es ist eine Chance wenn zwei sich treffen die eine ähnliche Geschichte hinter sich haben. Es ist ein wenig wie beim Puzzlespiel. Die eben bereits erwähnten Wundmale erleichtern die Suche nach den Teilen die zusammen gehören um zu erkennen um was es eigendlich geht. Die Frage ist: Können sie das was sie im Spiegel erblicken aushalten? Es gibt zwei Möglichkeiten: Den Schmerz annehmen und dadurch gemeinsam wachsen oder die alten Dramen wieder hevorholen und bis in die Unendlichkeit widerholen.


Ach nein! Es gibt noch eine dritte Variation: Man kann aus Angst vor neuen Verletzungen von vorne herein sein Gegenüber vermeiden und alles was sich damit anbahnen würde blockieren. Die wohl denkbar schlechteste Version, denn man wird nie erfahren wer diese herrlich glitzernde Reflektion ist und folglich auch keine neuen Erfahrungen sammeln. Man entzieht sich schlichtweg dem Leben.


Was sagt denn nun Frau Sound? Sie hat beim Kartenspiel also den Joker gezogen. An ihrer Seite steht nun ein Mann, dessen Hintername an den Vogel der sich aus der Asche erhebt erinnert... wie bezeichnend. " Es fühlt sich an wie eine Achterbahnfahrt. Positive und negative Gefühle scheinen gleichzeitig an die Oberfläche zu kommen. Menno! Mein Leben war so schön strukturiert und überschaubar bevor ich ihn traf. Aber vielleciht auch ein bisschen langweilig." Ach herrje! Na denn wünsch ich noch viel Spaß beim innerlichen reifen oder so. Wie heißt es doch so schön? Man wächst mit seinen Aufgaben.


Gemeinsam die Matrix verlassen


Und nun unser letztes Traumpaar. Natürlich durfte sich auch Neo alias Keanu Reeves eine Bildfrau aussuchen. Wer wäre besser geeignet um aus den Fesseln des Gesellschaftssystems auszubrechen? Bewaffnet mit einen Löffel den es garnicht gibt möchte er das Herz seiner Angebeteten erobern. Für sein Vorhaben ist er auf der Suche nach DER mit der man Pferde stehlen kann. Eine Frau die sich nicht mit einem vorgefertigten Leben in der NOCH-Wohlstandsgesellschaft zufrieden gibt. Eine, die schon in die hässliche Vissage dieser weichgespühlten Fortschrittsgesellschaft geblickt hat.

"Breakout from captivity"- Ausbruch aus der Gefangenschaft mit Neo und den weißen Kanninchen

Seelenverwandt ist das Zauberwort. Der Blick in die Augen verät uns sofort was Sache ist. In kurzer Zeit erkennen wir im Gegenüber ganz intuitiv den Menschen der auf gleicher Wellenlänge surft. Hier kommt alles zusammen was anziehend wirkt:

1. die gemeinsamen Hobbys frönen (die Vorbereitungen zum Ausbruch aus der Matrix)

2. das Reh- Jäger Prinzip ( auch ein Neo lässt sich von Bambi anlocken)

3. das Gepäck was jeder mitbringt ( glaubt mir, wenn man die Matrix verlassen möchte ist der Rucksack auf den Rücken hoffnungslos überfüllt und die Motivation groß endlich Ballast abwerfen zu können)


Hier endet nun mein kleines Experiment. Ich hoffe es hat euch gefallen. Nimmt einiges ernst aber bitte nicht alles, so wie im richtigen Leben.


Zur Homepage: https://www.art-simoneschramm.de/

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