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Vlog/ Blog: Die kleine Meerjungfrau

Weiter geht´s mit dem neuen Format, einer Mischung aus Videobeiträgen und Blogartikel.

Mit zwei Kunstwerken stelle ich Euch meine Sichtweise zu dem Märchen "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen vor. Viel Spaß beim sehen, hören und/ oder lesen.


Teil 1: Kontaktverlust zum Urgrund


Das Hauptthema des Märchens ist meiner Meinung nach die Unvereinbarkeit zwischen dem Leben im Einklang mit dem Ürsprünglichen und dem Leben in der sogenannten Zivilisation.

Die Meerjungfrau lebt im Wasser, dem Ursprung allen Lebens. An ihrem 15. Geburtstag darf sie endlich auftauchen und zum ersten Mal an der Welt dort oben teilhaben.


Prompt verliebt sie sich in einen Prinzen auf einem Schiff, der aber durch einen Sturm droht in den Tiefen des Meeres zu ertrinken. Die Meerjungfrau rettet ihn und verhindert damit das abtauchen des Jünglings in die Tiefe des Seins. Sobald sie ihn ans Ufer legt verliebt er sich in eine Andere und der Nixe fehlt der Zugang zu seiner Welt. Eine wahre Zwickmühle, aus der man nicht herauskommt, wenn man an weltlichen Dingen festhält, aus Angst die Kontrolle zu verlieren.


Man kann nicht in beiden Welten zu Hause sein. Das wird deutlich mit dem Verhalten der Meerjungfrau nach dem Vorfall. Die Sehnsucht nach der Welt da draußen und den schönen Prinzen ist so groß, dass sie kaum mehr an ihren eigendlichen Leben teilnimmt.


Wie sieht es mit uns aus? Leben wir unser wirkliches Leben, sind wir verbunden mit unserem Umfeld, der Natur und unseren Nächsten? Treffen wir noch Entscheidungen aus unserer (Bauch)Mitte heraus? Hören wir auf unsere Stimme? Und vor allem: Trauen wir Ihr/ uns? Oder verlassen wir uns lieber auf das was die Anderen sagen, weil sie aus weltlicher Sicht eine höhere Bildung, Stellung oder was auch immer haben?


1. Videobeitrag:



Teil 2: Vom Weg abkommen


Im zweiten Teil des Märchens folgt die Nixe ihren Prinzen ans Land und kommt dadurch vom Weg ab. Sie stattet der Meereshexe (der verteufelten alten Weisen) einen Besuch ab. Diese erklärt zwar, ihr Vorhaben, ein Leben unter den Menschen, sei zum Scheitern verurteilt, aber sie reicht der Meerjungfrau den benötigten Zaubertrank für eine Verwandlung.


So ist es auch im "wahren" Leben. Wir treffen die Entscheidungen für was wir tun. Es gibt zwar Vorwarnungen wenn wir vom Wege abkommen, z.B. meldet sich das Bauchgefühl oder die Stimmigkeit geht verloren. Aber unser Handeln können am Ende nur wir entscheiden.


Wo wir gerade beim Thema Stimmigkeit sind: Als Bezahling für den Trank muss die Nixe ihre Stimme bei der Hexe abgeben. Nun bekommt sie zwar Menschenbeine und kann an dem oberflächlichen Leben teilnehmen, aber sie kann sich nicht mitteilen. Man mag sie am Hofe. Sie darf sogar vor dem Schlafzimmer des Prinzen schlafen. Doch bleibt sie das liebgewonnene Findelkind. Währenddessen spührt sie bei jedem Schritt Schmerzen, als würde sie über scharfe Messer laufen. Ihre Füße bluten. Blut ist Lebensenergie pur. Wenn man auf falschen Pfaden wandelt ist das anstrengend und energieverschwendend.


" Die Wiedergeburt", Öl auf Leinwand

Angst vor dem entgültigen Auflösen


Die Meerjungfrau glaubt, wenn sie der Prinz so sehr liebt, dass er sie heiraten würde bliebe ihr das angebliche Schicksal jeder ihrer Art erspart. Ihr wurde erzählt, dass Nixen zwar 300 Jahre alt werden, sich aber am Ende in Meeresschaum auflösen. Der Mensch dagegen hätte eine unsterbliche Seele und würde nach den Tod in die gesitige Welt/ den Himmel übertreten. Hier fallen mir gleich zwei Sachen in der Erzählung auf:


Erstens: Hier liegt ein Mißverständniss vor. Denn was hier so Entgültig klingt, ist am Ende auch nichts anderes als die Verwandlung von einen Wasserwesen in eine andere Form des Wassers. In diesem Fall Meeresschaum. Alles in der Natur hat seinen Platz und ist aufgehoben und es macht am Ende eines Zyklusses nicht plötzlich PLOPP und etwas verschwindet von der Bildfläche


Zweitens: Mir fällt nicht zum ersten Mal auf, dass in den Geschichten von Andersen christlicher Glaube mit einfließt. Für mich ergibt sich daraus ein Mißklang. Märchen sind für mich alte überlieferte Erzählungen, die sehr tiefen Einblick in unseren Ursein ermöglichen. Durch das Vermischen mit diversen Ideologien, hinzufügen von pädagogischen Belehrungen und anderen Dingen die den Zeitgeist entsprechen (Stichwort Walt Disneys kitschige Verfilmungen) wird wieder die Ursprünglichkeit verfälscht.


2. Videobeitrag


Wenn Euch meine Videos gefallen haben, schaut euch doch auf meinen neuen Youtube Kanal "Kunst und Sein" um. Neben den Märchenstunden veranstalte ich u.a. regelmäßig einen Kaffeeklatsch mit der Künstlerin.

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