UA-138409314-1 Des Galeristen neues Kunstwerk

Des Galeristen neues Kunstwerk

Ein Märchen für Menschen, die sich trauen eine eigene Meinung zu haben und zu äußern.Inspiriert durch das Märchen “Des Kaisers neue Kleider” von Hans Christian Anderson.Kann ernst genommen werden, muß aber nicht…

Vor vielen tausend Sekunden lebte ein Galerist, der so ungeheuer viel auf die neueste, modernste, vorher so noch nie dagewesene und fortschrittlichste Kunst hielt. Er investierte in alle möglichen Werke, welche den Who ist Who Leuten die sich gerne auf seinen Ausstellungen rumtrieben gefallen könnten. Er kannte ja seine Pappenheimer, ein Gläschen Champus in der einen Hand, die Andere erhaben ans Kinn gehalten um die Rolle als Kenner und Denker gut zu verkörpern.

Und er machte es Ihnen so gern recht. Denn wenn der Champus leergetrunken war und die eine Hand dadurch wieder frei wurde, passiert es nicht selten, dass diese nach der Kreditkarte zückte.

Klingt oberflächlich… ist es aber auch.


In der großen Stadt in der er lebte ging es munter zu. Viele Fremde gingen ein und aus. Eines schönen Tages kamen zwei Betrüger in die Galerie, die sich als Künstler ausgaben. Sie sagten Sie hätten die besten Kunstakademien besucht, die bekanntesten Kunstsammler waren schon längst auf sie aufmerksam geworden. Man war ja schließlich auch schon auf Kunstmessen wie Art Basel, Art Cologne, Dokumenta und Co mit seinen Werken vertreten gewesen.Hatte er, der stadtbekannte Galerist denn tatsächlich noch nicht von ihnen gehört?

Schnell antwortete dieser “Doch, doch selbstverständlich! Und ich bin ja so froh das Sie gekommen sind. Wissen Sie, ich bin ja ein so vielbeschäftigter Mann. Meine Galerie ist der Hotspot hier in der City…ach was rede ich. Sie ist eine der Bekanntesten hierzulande. Tatsächlich habe ich mir schon einen Vermerk in meinen Terminkalender gemacht und wäre demnächst auch auf Sie zu gekommen.” “Das trifft sich gut”, antwortete einer der vermeintlichen Künstler. ” Denn gerade vor einigen Tagen ist unser neustes Kunstprojekt fertig geworden. Es nennt sich ‘Auf den Punkt gebracht.’ Es ist eine Mischung aus Installation, abstrakter Malerei und Aktionskunst. Aber das Beste an der Sache ist folgendes:

Unsere Kreation ist für jeden Menschen unsichtbar der keine Ahnung von der modernsten und neusten Kunst hat und auch den strohdummen unserer Gattung sei der Blick auf diese wunderbare neue Schöpfung verwehrt.Es wäre uns eine Freude, wenn Sie, der Galerist der Stunde, unsere Kunst der Öffentlichkeit präsentieren würden.”


Wunderbar, dachte sich der Galeist. Ihm nervte eh das sich unter seinen elitären Kreis auch Vetreter des “kleinen Volkes” blicken ließen. Das störte das Gesamtbild seiner Verantstaltungen und tendenziell waren es Leute, die garnicht die Mittel besaßen um sich eines der Werke leisten zu können. Einfach furchtbar.Schlimmstenfalls waren das noch so No name Künstler, die meinten, er der Topgalerist hätte Interesse sie zu fördern..Pah! Die würden nun, Dank seines neuen Projektes entlarvt werden! Sogleich bat er die Künstler seine Räumlichkeiten mit Ihren Werke zu schmücken. Da er ein vielbeschäftigter Mann war, konnte er bei den Vorbereitungen nicht dabei sein. Seine Angestellten betreuten die neuen Klienten.Auch sie hatten die Information, das man dumm und Kunstbanause sei, wenn man bei dem neuen Projekt nichts sah. So ließen sie sich nichts anmerken, als die 2 Betrüger luftgitarrengleich durch die Räume fegten und ihre vermeintliches Werk anbrachten.Da wurde in die Luft gehangen, gehämmert und zum Schluss mit einem gut geübten Kennerblick nochmal abgemessen und verbessert.


Nun kam der Tag der Vernissage. Am späten Nachmittag, kurz vor der Eröffnung, wollte sich nun auch der Galerist ein Bild von seiner neuesten Errungenschaft machen. Er kam in den Raum und sah…Nichts. ‘Oh nein’, dachte er bei sich. ‘Entweder bin ich saudoof oder ich habe keine Ahnung von Kunst! Oder beides!Hoffentlich hat keiner mein Zögern bemerkt. Das gäbe ja ein Skandal der gleich die Runde macht. Meinen Beruf könnte ich an den Nagel hängen.’Also nahm das Schauspiel seinen lauf. Er klatschte in die Hände und sagte an seine neuen Schützlinge gewandt:“Fein, fein. Sie haben es wahrlich auf den Punkt gebracht. Die Besucher werden begeistert sein!.”


Langsam fanden sich die ersten Gäste ein, alle wohl informiert über die Besonderheit des Werkes. Ein kurzes Zögern und der Gedanke: “Scheiße, ich bin auch dumm!” kam wohl bei allen Ankömmlingen auf. Aber geübte Schauschpieler, die sie alle waren, setzen ein jeder sofort sein Pokerface auf . An Lob, Anerkennung, verstehendes Nicken (mit der Hand am Kinn…Klar!) , “Ah´s” und “Oh’s” sollte es in den nächsten Minuten nicht mangeln.


“Seht nur: Diese Farben! Diese Komposition! Diese Ausdruckskraft!” “Welch innovativer Ansatz.”

“Diese tiefsinnige Message” “Entschuldigung die junge Dame, bringen Sie mir doch bitte noch ein Glas Champus!” “Schau Schatz, da ist das Buffet mit den Fingerfood. Ich liiiieeeebe Ausstellungen…Schmatz…”


Keiner beachtete die kleine Marie. Die Unglückliche wurde von ihren Eltern zu diesen Happening mitgeschleift, weil der “Baby”sitter in letzter Minute abgesagt hatte. Die 6 jährige stand in der Nähe des Buffets, verwirrt und auch etwas verängstigt.Das Erwachsene sich manchmal seltsam benahmen war ihr nichts neues. Aber das hier war echt nicht zu toppen. Alle im Raum bewunderten das…

Nichts!?

Ihre Geduld war am Ende. Sie wollte nach Hause. Im TV lief doch gleich “Hexe Lilly”

Also fasste sie ein Entschluss. Keiner beachtete die Kleine, als sie sich zur Bühne schlich, wo gleich die Eröffnungsrede stattfinden sollte.Sie nahm sich ein Stuhl und schleifte ihn zum Mikrofon, um hinaufklettern zu können und endlich den erlösenden Satz zu rufen:

“Was soll denn der Quatsch! Was schaut ihr denn alle so! Hier in diesen Raum gibt es überhaupt nichts zu sehen! Ich will nach Hause!”


Eine betretene Stille machte sich breit und wurde nach und nach von einem Flüstern abgelöst.

Schließlich nahm der Vater allen Mut zusammen trat neben seine Tochter und sprach:

“Hört auf die Stimme der Unschuld und Vernunft! Kindermund tut Wahrheit kund..” Er nahm seine Tochter bei der Hand . Nickte seiner Frau zu und gemeinsam verließen sie die Galerie.

Ich hoffe euch hat meine Geschichte gefallen. Ich finde ein bißchen Humor sollte man schon mitbringen, wenn man sich mit Kunst auseinandersetzt.


Man muß doch nicht alles ernst nehmen und so manches Kunstwerk ergibt doch erst denn einen Sinn. So erging mir jedenfalls bei einen Kunstmuseeumsbesuch in Stuttgart. Mei…hatten mein Sohn und ich einen Spaß:

Spass mit Kunst und Einfhrung in die hohe Mathematik

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