UA-138409314-1 Frauenbild, Patriarchatskritik einer Künstlerin

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Ich habe lange überlegt, wie ich den Inhalt meines künstlerischen Schaffens in Worte fassen kann. 

Da meint Talent eher bei dem bildlichen Darstellen zu finden ist, hat es bis jetzt noch nie 100prozentig geklappt mein Anliegen in Form eines Textes darzulegen.

Ich möchte das bereits in Farbe und Form intuitiv und symbolisch Dargestellte mal auf diese Art betrachten.

Um mir nochmal bewußt zu machen, um was es mir geht als Künstlerin, da während des kreativen Arbeitens vieles aus dem Bauch heraus abläuft...am Verstand vorbei.
Ich habe tatsächlich schon im Kleinkindalter hauptsächlich Frauen (oder damals wohl eher Mädchen) gezeichnet oder gemalt.
Ich kann mich noch sehr deutlich an eine Szene im Kindergarten erinnern, wo die anderen Kinder in der Gruppe sich bei unserer Kindergärtnerin über mich mit den Worten: "Die Simone malt immer nur Mädchen. Warum macht sie das?" beschwert haben.

Ich sehe wie ich am Basteltisch sitze und mich alle, inklusive unserer Erzieherin, anstarren als käme ich von einen anderen Stern.
Da ich ein sehr schüchternes Kind war, habe ich mich in dieser Situation extrem unwohl gefühlt. Ich dachte ich habe irgendwas nicht richtig gemacht und mit mir stimmt wohl was nicht wenn

die Anderen meine Bilder seltsam finden.
Teilweise habe ich daraufhin meine Frauenstudien unter den Ausschluss der Öffentlichkeit, also meinen Kinderzimmer, weitergeführt und sie stapelweise in meiner Schublade versteckt.
Heute meine ich: Nein, mit mir ist alles in Ordnung.

Ich habe nur Mittel und Wege gesucht, wie ich mein Weiblichsein zum Ausdruck bringen kann.
In unserem patriarchalisch ausgerichteten Gesellschaftsystem, wo Macht, Erfolg,

Durchsetzungsvermögen und Fortschritt überbetont sind, ist der Raum zur
Entfaltung der weiblichen Wesensart sehr eng begrenzt.
Ich vermute dies intuitiv schon als Kind gespürt zu haben, in Form von Traurigkeit, Anspannung, Enge und einen Gefühl von Unwillkommen auf diesen Planeten zu sein.
Als Gegenmaßnahme griff ich zu Stift und Papier um mir einen Platz zu schaffen an dem ich mich ohne Einschränkung ausdrücken kann.

Bis heute suche ich diesen Ort regelmäßig auf und kann mir nicht vorstellen ohne Ihn als Gegengewicht klar zu kommen in unserer derzeitige Realität, wo das matriarchale Lebensprinzip völlig abhanden gekommen ist.
Für diese Ressource bin ich sehr dankbar und gleichzeitig frage ich mich aber
ob das ein optimale Zustand ist:
Das man erst woanders hin flüchten muss um sich frei zu fühlen.
An dieser Stelle möchte ich darlegen was aus meiner Sichtweise matriarchal bedeutet:
Es fängt schon bei der Übersetzung an.

Im Duden werden die Wörte matri-arche als Mutter-Herrschaft übersetzt.
Wenn man aber nach der Bedeutung des Wortes 'arche' einzelnd sucht, wird dieses ganz anders definiert, nämlich als Anfang, Prinzip oder Ursprung.

In der antiken Philosophie ist sogar vom Urstoff, aus dem die Welt entstanden ist die Rede.

Von Machtausübung auf irgendwas oder irgendjemand ist da nicht mehr die Rede und schon garnicht das Frauen dieses tun.
Also wäre in meinen Augen ein matriarchale Gesellschaft ein Zusammenleben aller Menschen, wo am Anfang das Mütterliche, also das Lebenspendene, -erhaltene und -förderne steht

und daraus sich die Art wie wir auf diesen Planeten leben wollen entwickeln würde.
Die derzeitige Frauenbewegung zielt deswegen meiner Ansicht nach in eine falsche Richtung.
Hier kämpfen Frauen um das Recht auf Teilhabe an der Macht. Sie wollen nun endlich ein vollwertiges Mitglied sein.

Sie wollen auch Karriere machen, Führungspositionen einehmen, Politik machen, Bestimmer sein über andere.
Es ergibt sich aber doch kein Unterschied ob nun Frauen oder Männer sich den Strategien des Systems, also (Be)herrschung, Spaltung, Zerstörrung bedienen.
Es bleibt doch alles beim alten, oder wird eher noch schlimmer.
Weil nun völlig der Gegenpol von dieser Art zu leben abhanden kommt.
Wie krank sind wir? Wie weit sind wir schon von unseren Wesenskern entfernt, daß Frauen ihre eigene Unterdrückung befürworten und sie auch noch selber herbeiführen wollen und das denn als Befreiung bezeichnen?
Ein Krieg bleibt ein Krieg, ob nun von Mann oder Frau angezettelt.
Die Ausbeutung der Natur wird nicht ihre lebenszerstörende Kraft verlieren,
bloß weil sich nun das weibliche Geschlecht darum kümmert.
Ob nun richtig oder falsch, die derzeit wieder sehr aktuelle Frauenbewegung richtet den Fokus auf ein wichtiges Thema und ist mit "Schuld" daran, dass in mir die Idee
aufkam mehr machen zu wollen, als nur Frauenbilder zu malen und diese denn

zwar schmückenderweise, aber unkommentiert an die Wand zu hängen.
Ich möchte diesen Teil der auf der Leinwand überlebt hat wieder mehr in die reale
Welt integrieren.
In erster Linie durch "Arbeit" an mir selber, um den unterdrückten weiblichen Teil wieder mehr Raum geben zu können und ein Gefühl dafür zu entwickeln,

daß das Leben auch andere Möglichkeiten bietet, als das was uns täglich an Druck/Dreck entgegengeschleudert wird.
Natürlich werde ich auch weiterhin als Künstlerin tätig sein und dem Thema
'Frau sein' treu bleiben.
Zusätzlich werde ich die theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema fortführen und schriftlich meine Einsichten, Ideen und Erfahrungen teilen.

Auf dieser Website halte ich Interessierte mit meinen Blog auf den Laufenden.

Ich hoffe mit dieser Heranagehensweise neue Perspektiven für mich zu finden und diese an mein Umfeld weitergeben zu können.
Denn es ist doch so: In einer Gabe liegt auch immer eine Auf-gabe.
Ich glaube das jeder von Natur aus seinen Platz hier auf der Erde hat wo er so sein kann wie er ist, sich nicht beweisen muß und dadurch auf die richtige Art und Weise wirken kann.

 

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