UA-138409314-1 Was wir von der Amsel lernen können…

Was wir von der Amsel lernen können…

Vor einigen Tagen wurde ich Zeugin einer schon fast surrealistisch wirkenden Begebenheit. Eine kleine Amsel zeigte mir und einer hungrigen Katze ihre wahre Größe.


Vor einigen Tagen viel mir bei einem Spaziergang lautes Vogelgezwitscher auf. Nicht der übliche Gesang gechillter Piepmätze die den Frühling besingen. Nein…da schien sich jemand mächtig aufzuregen. Da kam mir eine schwarze Katze entgegen, die ungefähr genauso verwundert war wie ich und das aus gutem Grunde. Eine weibliche Amsel schwirrte gerade aufgeregt um ihren Kopf und schien sie jeden Moment attakieren zu wollen. Dem Stubentiger blieb nichts anderes übrig als zu fliehen. Aber die Amsel ließ nicht locker. Ob die ungewöhnliche Jägerin ihre Beute erlegt hat kann ich leider nicht sagen, da das Jäger-Gejagte Duo hinter dem Haus verschwand.


‘Ok!’ dachte ich. ‘Das war jetzt seltsam. Also ich lauf jetzt mal unauffällig weiter. Wer weiß was dieser Kampfvogel als nächstes vorhat.’ Und beinahe wäre ich über die nächste Amsel gestolpert, die vor mir wie erstarrt auf den Boden saß. Da wurde mir erst der Sinn des kurz zuvor Erlebten klar. Der Vogel vor meinen Füßen hatte nämlich weder Flügel noch Schwanz. Ein anderes Tier, zu 99,9 % die schwarze Katze von eben, hatte wohl mal an ihr geknappert. Also hatte die andere Amsel nicht Just for fun entschlossen auf Katzenjagt zu gehen, weil ihr Würmer fressen auf die Dauer zu langweilig wurde. Nein, sie ist ihrer Artgenossin zur Hilfe geeilt (oder geflogen) und das auch noch mit Erfolg. Von diesem Mut kann man sich mal ne Scheibe abschneiden.


Zuerst wollte ich den verletzten Vogel aufheben und mittnehmen. Aber auch diese Dame fing jetzt laut zu schimpfen an und hüpfte ins nächste Gebüsch. Aktionen meinerseits waren hier nicht erwünscht und eigendlich auch überflüssig. Was wir Menschen auch immer meinen uns überall einmischen zu müssen? Wie es ausschaut kommt die Natur auch ganz gut ohne uns klar und alle Lebewesen scheinen sich in den ihr gegebenen Rythmen und Gesetzen einzurichten. Bis auf diese eine Gattung, die sich die Krönung der Schöpfung nennt.


Diese meint auserwählt worden zu sein um sich die Erde untertan zu machen. Bei uns hat sich der Irrglaube eingenistet, daß die Natur unvollständig und gefährlich sei und durch Fortschritt und Technik überwunden werden muss und kann, hin zu einem besseren Leben.


Und was ist mit Situationen, wo wir uns sinnbildlich von einer riesengroßen Katze bedroht fühlen…oder einer unserer Artgenossen? Schreiten wir ein auch wenn wir uns als unterlegen glauben? Tun wir Menschen uns zusammen um das Leben, die Natur, die Ärmeren, Schwächeren zu verteidigen? Naja höchstens bis zu einen gewissen Grad. Hilfsbereitschaft hört ja meistens da auf wo man seine Komfortzone verlassen muss oder sein eigenes Weltbild in Frage stellen soll. Denn lieber noch ein Aufklärvideo auf Youtube schauen oder ne Spende um das Gewissen zu beruhigen. Diese eine Amsel sollte uns mal zu Denken geben…


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