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Über BeRUFung und Hürden

Durch die Erstellung meiner Website (hier ist sie ;-)), das Schreiben von Blogbeiträgen und beim Malen und Zeichnen sowieso, setzte ich mich seit Anfang diesen Jahres sehr intensiv mit meiner Kunst auseinander. Meine Nische habe ich mir ja schon gleich am Anfang ausgesucht. Es geht um das Thema Weiblichkeit, daß ist nicht zu übersehen… denke ich. In meinen Beitrag Frauenbild habe ich ausführlich mein Anliegen formuliert.

I sold my hands for food, so please feed me now

Ziel soll es sein meine Berufung ohne Einschränkung leben zu können. Da hab ich mir ganz schön was vorgenommen! Bisher habe ich mich was diesen Wunsch anbelangt in etwa wie die Dame ohne Hände auf der Abbildung oben gefühlt oder mit Worten ausgedrückt: “Mir sind die Hände gebunden.” Ich hatte bzw. habe immer noch das Gefühl nicht das leben zu können wofür ich eigendlich hier bin. Ich versuche in diesen Beitrag zu erörtern, woher dieses Gefühl kommt und welche Hürden mich abhalten einfach meinen Weg zu gehen. Ich kann mir gut vorstellen , daß der eine oder andere Parallelen zu seinen Alltagsleben und -problemen ziehen kann.


Durch eine längere “Erkrankung” bin ich sozusagen aus den Alltags-Hamsterrad rausgefallen. Gänsefüßchen deswegen weil ich eine andere Sichtweise zum Thema Krankheit habe, die sehr stark von der Norm abweicht. Kurz erläutert: Die gängige Vorstellung geht von etwas fehlerhaften/feindlichen in uns aus, welches mit Medikamenten behandelt werden muß um wieder gesund und leistungsfähig zu werden. Ich meine aber das es sich hier um ein Programm handelt, welches in uns startet um ein verlorenes Gleichgewicht wieder herzustellen und daher als Heilung begrüßt werden darf und nicht bekämpft werden muß.


Ebenfalls scheint immer noch eine Überzahl der Menschheit zu glauben, daß unser Gesellschaftssystem alternativlos sei und man sich einzuordnen hätte. Alles hat entweder seine Richtigkeit oder ist eben nicht änderbar, also hinzunehmen. Diejenigen, die unter den täglichen Druck im Alltag zusammenbrechen sind halt nicht belastbar und krank. Aber da gibt es bestimmt auch was von Ratiopharm um den “Fehler” zu beheben?!


Aber ist es nicht umgekehrt? Ist nicht das System das krankhafte was wir untersuchen sollten und “behandeln”? Darauf mit Symptomen wie Burnout, Depressionen, Angstzuständen, Schmerzen jeglicher Art zu reagieren scheint mir eher eine gesunde, menschliche, selbstschützende Reaktion auf einen lebenszerstörenden Zustand zu sein. Es ist der Versuch dieser perversen StändigBeschleunigung (auch Fortschritt genannt) zu entkommen und wieder in seine Balance zu finden, seine einzelnen Teile wieder einzusammeln und zusammezufügen. Ich glaube jeder Mensch mit nur ein Fünckchen Bezug zu seinem wahren Wesen kennt das Gefühl der Zerissenheit. Weil es schwer bis unmöglich geworden ist das Leben zu führen, welches einem wirklich entspricht.

“Human´s progress- Gaia´s end”- “Fortschritt des Menschen-Gaia´s (Mutter Erde9) Ende”

Unser Alltag ist vollgepackt mit Zwängen. Manchmal so geschickt getarnt, daß man sie als solche garnicht erkennt. weil man nie einer Alternative zu ihnen begegnet ist. Als Beispiel nenne ich hier den Arbeitszwang. Ich meine damit nicht sinnvolle Verrichtungen zur Lebensversorgung für sich selber und der unmittelbaren Gemeinschaft/Umgebung. Genauso wenig bin ich Verfechter einer passiven Couchpotato-Mentalität. Ich rede hier von den Zwang eine Tätigkeit aufnehmen zu müssen, damit man Geld verdient. Wird nicht in unserer Gesellschaft der Wert einer Tätigkeit alleine daran gemessen ob und wieviel mit ihr verdient wird? Es scheint zweitrangig zu sein ob diese Arbeit wirklich einen Sinn ergibt…für den Einzelnen und/oder der Gesellschaft.


Ich glaube das nur ein geringer Prozentsatz Menschen mit ihren Beruf vollkommen in Einklang ist weil er ihren Wesen entspricht oder dieser wenigstens so gut ins Leben intigrierbar ist, daß genug Zeit für die eigendliche Be-Rufung bleibt. Letzteres wäre ja zumindestens schonmal eine Teillösung. Für den Rest sieht die Realität doch so aus: Etwa 9 h am Tag verbringt man bei einer Verrichtung die weder unmittelbar mit einen selber, noch mit nahestehenden Personen zu tun hat. Man ist also außerhalb seines eigendlichen Wirkungskreises. Bestenfalls hat man nette Kollegen, Chefs und Kunden. Denn ist es natürlich erträglicher und man freut sich diese um sich zu haben, aber viele haben nicht das Glück. Der Hauptfaktor dieses Berufsmodell ist und bleibt Geld zu verdienen um an unser ach so tollen Konsumwelt teilnehmen zu dürfen.


Alles was man wirklich gerne machen möchte in der Zeitspanne die einen auf dieser Erde gegeben ist, müßte man denn irgendwie in der knapp bemessene Freizeit (Wochenende, Feierabend; Urlaub) unterbringen. Es ist fraglich ob denn noch genug Lebenskraft dafür übrig geblieben ist. Wer kennt es nicht, daß man im Urlaub die ersten Tage eigendlich immer nur müde ist und überhaupt erstmal reinfinden muß in seine freie Zeit. Hat man denn endlich seinen Rythmus gefunden steht der Alltag schon wieder vor der Tür.


Und selbst hier sind wir nicht frei von Zwängen, ob fremdbestimmt oder hausgemacht. Besipiele für erstere wären: Rechnung zahlen, Haushalt führen oder Behördengänge. Aber man kann sich auch noch zusätzlich wunderbar selber unter Druck setzen.Denn alles kann zum Zwang werden wenn man es eigendlich nur macht weil a) es doch alle machen, b) weil es von mir erwartet wird und c) weil ich es mache um irgendetwas darzustellen und mithalten zu können. Im Moment habe ich den Raum meiner Bestimmung nachzugehen. Ich arbeite als Künstlerin….Stopp! Aber was rede ich da? Das ist doch keine Arbeit! Ich sitze nicht in Büro, an einen Schalter, an der Kasse oder serviere Kaffee und Kuchen. Geld kommt damit in Moment auch nicht ins Haus. Also hier ein bißchen rumklecksen ist doch nur Spaß an der Freude. Die 2 Monate Arbeit an der Website hättest du dir doch sparen können. 30 h an einen Ölbild sitzen…ein Klacks. 2 h oder länger an einen Blogbeitrag sitzen? Du mußt verrückt sein deine Zeit zu verschwenden… Und denn diese Sache mit den Ausstellungen: Thema erarbeiten, Räumlichkeiten organisieren, Flyer gestalten und drucken, Bilder einrahmen, aufhängen und vergiß nicht den Champus und das Fingerfood. Da gibts du sogar noch deine Knete aus, bevor du überhaupt einen Verdienst in Aussicht hast. Also irgendwas machst du falsch!


Uups, ich muß während des schreibens am letzten Absatz eingeschlafen sein und mein innerer Kritiker hat sich zu Wort gemeldet. Übler Zeitgenosse! Nimmt alles möglichen aus der Außenwelt auf wie ein Schwamm um mich in einen schwachen Moment damit zu bombadieren. Echt lästig. Also wo waren wir stehen geblieben. Genau… ich arbeite als Künstlerin. Kreativ sein ist natürlich etwas schönes. Aber oft habe ich das Gefühl das der Beruf Künstler nicht als das gesehen wird was er auch manchmal ist… Zeitintensiv: Ich brauch für meine Bilder zwischen 10 bis 30h oder mehr. Ich benutze beim malen keine Stoppuhr also sind das Schätzungswerte. Es kommt auch auf die Größe des Kunstwerkes an und bevor ich loslege brauch ich natürlich erstmal eine Inspiration. Auch mal anstrengend: Z.B. wenn man stundenlang vor der Staffelei steht…ich bin danach tatsächlich manchmal echt müde (könnte auch am Terpentingeruch liegen ;-)) Vermarktung: Wenn man nicht gerade viel Vitamin B im Schrank hat oder von einer guten Galerie vertreten wird, muß man sich auch damit befassen. Zielgruppe definieren, Ausstellungsorte finden, Website erstellen und pflegen, Inhalte vermitteln, Projekte planen, Social media Präsenz usw.


Mit letzterem habe ich mich, wie schon erwähnt, vor allem in den letzten Monaten verstärkt beschäftigt. Diese Auseinandersetzung halte ich für sehr wichtig weil der primäre Kunstmarkt nicht sehr kreativitätsfreundlich ist und nicht für jeden offen steht. Denn die gängige Weise dort Fuß zu fassen wäre eine Galerie zu finden, die das Vermarkten in die Hand nimmt. Meiner Meinung nach eine komische Sache. Dadurch das der Galerist sich um den Verkauf kümmert, findet kein direkter Austausch zwischen den Künstler und seinen Kunden statt. Ist nicht das einer der Gründe warum man überhaupt Kunst macht? Um sich anderen mitzuteilen in Form von Bildsprache? Und denn gibt man das Veröffentlichen seines sichtbar gewordenen Gedankenguts in fremde Hände?


Hier eine Erläuterung zum primären Kunstmarkt, die ich im Internet gefunden habe.

Der Primärmarkt ist dadurch gekennzeichnet, dass Kunstwerke erstmalig über Galerien auf den Kunstmarkt gelangen und direkt an Endverbraucher wie Sammler und Museen verkauft werden. Der primäre Kunstmarkt ermöglicht mit dem Galeriesystem eine Plattform für die öffentliche Präsentation und Diskussion von Kunst. Galerien nehmen damit die Anfangsposition eines Selektionsmechanismus auf dem Kunstmarkt ein. Kunst, die von den Galerien nicht akzeptiert, gefördert oder entdeckt wird, hat kaum eine Chance auf Anerkennung und Verbreitung. Durch diese Auswahl der Künstler bietet die Programm-Galerie ein Angebot auf dem Primärmarkt. Jede Galerie lässt sich als ein öffentlicher Raum verstehen, in dem Ausstellungen der zu vertretenden Künstler stattfinden. Diese sind für Sammler, Museumsdirektor und jeden Kunstinteressierten zugänglich. Durch die Präsentation eines Kunstwerkes in puristisch erscheinenden Galerieräumen – einem White Cube – gewinnt das Werk an ästhetischer Kraft und Bedeutung. Als Kunst anerkannt, erfährt es Aufmerksamkeit.

Aha, Kunst ist also nur das was ein “Ok” Stempel von einen außenstehenden Kenner bekommen und genug Kraft und Bedeutung in einen hippen “White Cube” getankt hat. Das hört sich für mich sehr engstirnig und elitär an. Und was ist mit der Person ohne die das Werk im “Weißem Würfel” garnicht existieren würde? Die steht nun an 2. Stelle. Ist abhängig von Bewertung der Anderen, der Entwicklung des Marktes, steht unter Druck dazu gehören zu müssen und nur das zu produzieren was anerkannt ist . Da sind wir wieder beim alten Thema! Wie ich schon sagt: Alles kann zum Zwang werden, sogar Kunst.


Ich möchte nicht durch irgendeine Selektionsmaschine gejagt werden, die mich entweder ausspuckt wie Müll oder mich so formt, daß ich in irgendein Schema passe. Ich möchte gerne selber bestimmen können, was ich vermitteln will als Künstlerin und lege wert auf direkten Kontakt zu Interessenten und möchte nicht, daß ein dritter dazwischenfunkt. Wie schon am Anfang geschrieben: Ich habe mir viel vorgenommen…


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